Hör mal, wer da spricht… Wörter, die man vermeiden soll, um das Unterbewusstsein richtig zu kalibrieren

Bewusstes-Sprechen

Bei meinem ersten Besuch im Aschram in Varanasi hat mich der Lehrer auf meine Sprache aufmerksam gemacht. Nachdem ich öfters von „difficult“ und „complicated“ gesprochen habe, ohne mir dabei dessen bewusst zu sein, hat er mich abrupt unterbrochen und neckend zurückgeworfen: „difficult, difficult…Nichts ist „difficult“, bis Du Dich selbst davon überzeugt hast.“ Mir wurde klar – es stimmt. Wie oft programmieren wir uns mit Wörtern, die sich in unserem Unterbewusstsein einnisten und uns daran hindern, etwas zu tun. Wörter sind mächtiger, als wir annehmen.

Viele Psychologen, darunter auch Mihail Litvak aus Russland, sprechen vom ähnlichen Effekt negativer Wörter. Für euch habe ich acht Ausdrücke zusammengestellt, die mir am wichtigsten erscheinen. Diese sollten wir also so selten wie möglich aussprechen:

 „Vielleicht/ Eventuell“

Damit behältst Du Dir einen Fluchtweg, um Dich vor Entscheidungen zu drücken. „Vielleicht gehe ich trainieren“, „Vielleicht werde ich öfters meditieren“, „Vielleicht verändere ich nächsten Monat mein Leben“ – alles sind nur versteckte Fluchtwege, wenn Du sowieso etwas nicht machen möchtest, aber es nicht zugibst. Also sei ehrlich zu Dir selbst und werde Dir dessen bewusst. Das ist schon der erste Schritt zur Besserung.

„Morgen“

80 Prozent von allem, was wir auf Morgen verschieben, wird nie ausgeführt. Dabei hätte es bis heute schon entschieden, geschrieben, gesagt, gemacht sein können. Wahrscheinlich hast Du Dir zu viel auf einmal vorgenommen. Breche Deine ToDo-Liste lieber auf und verteile die Aufgaben auf mehrere Tage.

„Nie“

Mit dem Wort „Nie“ vermasselt man sich die Chance auf Kompromisse.
„Ich werde ihr/ihm nie verzeihen“ – Du wirst verzeihen, wenn nicht sogar vergessen. Vielleicht nicht sofort, aber mit der Zeit bestimmt. Das Leben ist viel komplizierter als man denkt. Es ist keine Sammlung von vorprogrammierten Entschlüssen.

„In der Zukunft“

Zukunft ist etwas, was niemand je gesehen hat und auch niemand sehen wird, weil der Morgen morgen zum Heute wird. Formulierungen wie „in der Zukunft werde ich gesünder, erfolgreicher, reicher sein“ sind Mittel, um die Probleme im Hier und Jetzt zu verdrängen. Am besten konzentrierst Du Dich also darauf, was Du heute verändern kannst.
„Leider“ / „Schade, dass…“
Du hattest in der Vergangenheit negative Erlebnisse, die Du bedauerst. Dadurch wird ein Berg an negativen Erfahrungen gesammelt, der Dich buchstäblich zu Boden drückt. Mittlerweile bist Du nicht mehr derselbe Mensch, der Du vor einem halben Jahr warst. Was schon passiert ist, kannst Du nicht mehr ändern. Du hast keine Zeitmaschine, um etwas ungeschehen zu machen. „Schade, dass…“ ist nur ein ewiges im Kreis Gehen und eine Suche nach etwas, was nicht mehr zu finden ist. Lebe  also im Hier und Jetzt und krame nicht mehr in der Vergangenheit herum.
„Nichts zu danken“
„Danke, dass Du mir bei der Arbeit geholfen hast. – Ach, nichts zu danken!“ Und in einer Woche/einem Monat kommt derselbe Kollege nochmal an und erwartet ganz selbstverständlich, dass Du ihm hilfst, weil es Dir seiner Meinung nach keine Mühe bereitet. Sag einfach „bitteschön“ statt »nichts zu danken«, somit zeigst Du, dass Deine Zeit und Deine Mühe wertvoll sind. „Bitteschön“ übermittelt effektiv und freundlich diese Information.
„Unmöglich“
„Es ist unmöglich, fünf Kilo in der Woche abzunehmen“. „Es ist unmöglich, diesen Job zu kündigen, wer sichert meine Existenz?“
„Es ist unmöglich, morgens Yoga zu machen, ich bin ja so unsportlich und kann dafür nicht früher aufstehen“. Aha… Erzähle das mal einem Freund oder Bekannten, der zum Beispiel eine Reha oder eine Integration nach einem Umfall oder einer Depression gemacht hat. Sie haben ja auch nicht aufgegeben und sich zum Sterben ins Bett gelegt. In Wirklichkeit sind es nur unsere Ängste, unsere negativ angehaftete Erfahrung und die Gewohnheit, alles, was uns schwerer als die gewohnte Routine erscheint, auf Morgen, in die Zukunft oder ins Niemals zu verschieben. Lass Dich nicht von deinen Ängsten kontrollieren.

„Zufällig“

„Oh, ich habe den Fehler zufällig gemacht…“, „ich habe zufällig vergessen…“, „bin zufällig dort vorbei gegangen.“
Du warst wohl eher nicht konzentriert genug. Vielleicht hast Du dir zu viel vorgenommen oder es gab etwas Wichtigeres in Deinem Kopf, sodass Du etwas vergessen oder nicht genau aufgepasst hast. Das Beste, was ein bewusster Mensch daraus machen kann, ist, daraus zu lernen, um nächstes Mal nicht das Gleiche zu wiederholen, was sich vermeintlich als „zufällig“ ergeben hat. Selbst etwas zu bestimmen ist viel konstruktiver, als alles dem „Zufall“ zu überlassen.
Sich des Gesprochenen bewusst zu machen, es klar und deutlich zu beobachten, gehört zu jedem achtsamen Menschen. Ein netter Nebeneffekt dabei ist, dass man automatisch weniger spricht und mehr zuhört, was jeder Gesprächspartner als sehr angenehm empfindet.

 

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